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Schlaf- und Biorhythmus hat Einfluss auf Entwicklung und Verlauf von Alzheimer

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Eine gute Nachtruhe wurde schon immer mit besserer Stimmung und besserer Gesundheit in Verbindung gebracht. Jetzt haben Wissenschaftler noch mehr Beweise dafür, wie viel Schlaf – und insbesondere unser zirkadianer Rhythmus, der unseren Schlafzyklus reguliert – mit bestimmten Krankheiten, wie der Alzheimer, zusammenhängt.


Ein Forscherteam aus den Vereinigten Staaten hat weitere Beweise dafür gefunden, dass die Zellen, die helfen, das Gehirn gesund zu halten und Alzheimer vorzubeugen, ebenfalls einem zirkadianen Rhythmus folgen.
Unser zirkadianer Rhythmus – der landläufig auch als Bio-Rhythmus bezeichnet wird – ist ein natürlicher, innerer Prozess, der einem 24-Stunden-Zyklus folgt. Er steuert alles von Schlaf, Verdauung, Appetit und sogar unser Immunsystem.


Dinge, wie etwa die tägliche Menge an Tageslicht, die Zeiten an denen unsere Mahlzeiten zu uns nehmen, und körperliche Aktivität tragen dazu bei, unseren zirkadianen Rhythmus synchron zu halten. Aber selbst kleine Dinge, wie etwas länger aufzubleiben als normal, oder sogar zu einer anderen Zeit als gewohnt zu essen, können diese innere „Uhr“ aus dem Gleichgewicht bringen.

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Es ist wichtig, dass unser zirkadianer Rhythmus richtig funktioniert, da eine Unterbrechung dieses Zyklus mit einer Reihe von Gesundheitsproblemen verbunden ist, darunter psychische Störungen, Krebs und Alzheimer. Ruhe und regelmässiger Schlaf sind wichtige Komponenten, die Störungen vermeiden helfen.
Die Studie zeigt, dass sich bei Patienten mit Alzheimer-Krankheit die Störungen des zirkadianen Rhythmus sehr oft als Veränderungen der Schlafgewohnheiten äussern, die lange vor dem vollständigen Auftreten der Erkrankung auftreten.


Dies ist etwas, das sich in den späteren Stadien der Krankheit verschlimmert. Es ist jedoch noch nicht vollständig geklärt, ob schlechter Schlaf Alzheimer verursacht oder als Folge der Krankheit auftritt. Aber der Zusammenheit ist sehr deutlich.


Gehirnplaques


Forscher haben im Rahmen verschidener Studien immer wieder in den Gehirnen von Menschen mit Alzheimer-Krankheit eine Ansammlung eines Proteins namens Beta-Amyloid festgestellt. Diese Proteine ​​neigen dazu, im Gehirn zu verklumpen und sogenannte „Plaques“ zu bilden.


Diese Plaques stören die Funktion der Gehirnzellen, was wiederum zu kognitiven Problemen wie Gedächtnisverlust führen kann. In gesunden Gehirnen wird das Protein gereinigt, bevor es Probleme verursachen kann.


Diese neueste Studie hat nun gezeigt, dass die Zellen, die für die Beseitigung von Beta-Amyloid-Plaques – und die Gesunderhaltung des Gehirns – verantwortlich sind, ebenfalls einem 24-Stunden-Tagesrhythmus folgen. Dies könnte bedeuten, dass eine Störung des zirkadianen Rhythmus es diesen Zellen erschweren könnte, die schädlichen Plaques zu entfernen, die mit Alzheimer in Verbindung gebracht werden.


Um ihre Forschung durchzuführen, betrachtete das Team speziell die sogenannten „Makrophagen“. Dies sind Immunzellen, die im ganzen Körper vorkommen, so auch im Gehirn. Makrophagen fressen im Wesentlichen Alles auf (wie Bakterien oder sogar körpereigene Proteine, die sich nicht richtig entwickelt haben), was als Bedrohung für den Körper angesehen werden könnte.


Um zu verstehen, ob diese Immunzellen einem zirkadianen Rhythmus folgen, verwendeten die Forscher Makrophagen von Mäusen und züchteten sie im Labor. Als sie die Zellen mit Beta-Amyloid fütterten, stellten sie fest, dass sich die Fähigkeit der Makrophagen, Beta-Amyloid zu eliminieren, über einen Zeitraum von 24 Stunden veränderte.


Sie fanden auch heraus, dass bestimmte Proteine ​​auf der Oberfläche der Makrophagen – sogenannte Proteoglykane – den ganzen Tag über einen ähnlichen zirkadianen Rhythmus haben. Tatsächlich fanden sie heraus, dass die Beta-Amyloid-Clearance am höchsten war, wenn die Menge an Proteoglykanen am niedrigsten war.
Wenn die Makrophagen also viele dieser Proteine ​​haben, scheiden sie Beta-Amyloid nicht so gut aus. Sie fanden auch heraus, dass die Zellen Beta-Amyloid nicht wie gewohnt abbauten, wenn sie ihren natürlichen zirkadianen Rhythmus verloren.


Obwohl diese Studie Mausmakrophagen verwendete, haben andere Studien gezeigt, dass auch Mikroglia der Menschen – die Immunzellen des Gehirns (die auch eine Art von Gehirnmakrophagen sind) – auch eine zirkadiane Uhr haben.
Diese zirkadiane Uhr reguliert alles von der Funktion und Morphologie der Mikroglia bis hin zu ihrer Immunantwort. Es ist möglich, dass der zirkadiane Rhythmus der Mikroglia auch an der Kontrolle der neuronalen Konnektivität beteiligt ist – was schließlich zur Verschlechterung von Alzheimer-bezogenen Symptomen oder schliesslich auch wieder zu den Schlafproblemen beitragen könnte, über die gerade ältere Menschen oft klagen.


Aber in Studien, die ganze Organismen (wie Mäuse), anstatt nur einzelne Zellen untersucht haben, sind die Ergebnisse über die Beziehung zwischen Alzheimer und dem zirkadianen Rhythmus widersprüchlicher. Sie können oft nicht alle komplexen Wechselwirkungen darstellen, die bei Menschen festgestellt werden. Dies bedeutet, dass so noch keine vollständig genaue Darstellung dessen möglich ist, exakt wie sich Alzheimer beim Menschen entwickelt.


In Studien, die Menschen mit Alzheimer untersuchten, haben Forscher herausgefunden, dass sich die Dysfunktion des zirkadianen Rhythmus mit fortschreitender Krankheit verschlimmert hat. Insofern liegt der Zusammenhang zwischen Störungen des Biorhythmuses und der Krankheit nahe.
Andere Forschungen zeigten auch, dass diese Störung des zirkadianen Rhythmus mit Schlafproblemen und der Alzheimer-Krankheit verbunden war, außerdem war das Gehirn weniger in der Lage, Gehirn-„Müll“ (einschließlich Beta-Amyloid) zu beseitigen – was weiter zu Gedächtnisproblemen beitragen kann.


Aber es ist schwer zu sagen, ob die Störung des zirkadianen Rhythmus (und die dadurch verursachten Probleme) auf die Alzheimer-Krankheit zurückzuführen ist oder ob sie Teil der Ursache waren.


Sollten die Ergebnisse dieser Studie beim Menschen repliziert werden, könnte uns dies einen Schritt näher bringen, um zu verstehen, wie genau unser zirkadianer Rhythmus mit der Alzheimer-Krankheit zusammenhängt. Es gibt eine Wechselwirkung, aber noch sind nicht alle Details bekannt.


Dennoch sind sich die Experten weitgehend einig, dass regelmässiger Schlaf für viele Aspekte unserer Gesundheit wichtig ist, und es wird vermutet, dass sich die Effekte und Entwicklung von Alzheimer positiv beeinflussen lassen, wenn wir kontinuierlich und so früh im Leben wie möglich auf einen ausreichenden und regelmässigen Schlaf achten.
Der Schutz unseres zirkadianen Rhythmus ist also nicht nur gut für unser Gehirn, sondern auch für unsere allgemeine Gesundheit.

Bis auf bald, beste Wünsche von MIKE MALAK

follow me on Facebook – Coach für emotionale und spirituelle Heilung – Healing Practicioner (Ausbildung Heilpraktiker Psychotherapie), Seelsorger (Evangelisch-Theologische Fakultät Uni Strassburg, Frankreich, mit Schwerpunkt auf vergleichende Religionslehre und Seelsorge), langjähriges Studium der Philosophie und Coach für Bewegung und Selbstverteidigung

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